Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Servus!

S

Auf dieser Website findest du…

📝 meinen Daily Blog in Form eines Lerntagebuches. Ich blogge hier täglich über das, was ich in meiner Arbeit als Gründungsberater und Hochschullehrer lerne. Und das ist nicht wenig.

📙 an die 400 Buch-, Vortrags- und Podcast-Notizen, die ich im Laufe der Jahre erstellt habe. Und es werden immer mehr!

🪴meinen Digitalen Garten mit meinen Podcasts, meinen Büchern, meinen Listen und meinen Newsletter. Ständig wächst was Neues nach.

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Viel Freude und Inspiration auf meiner Website!

Günter

Prüfungs-Stress

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Es kommt immer vor, dass jemand in der Prüfungssituation auf der Leitung steht. Ist so, war immer so, wird immer so sein.

Kannste nix machen.

Musste aushalten als Lehrer.

Fußspuren

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Ich unterrichte BWL, aber ich sage meinen Studierenden immer: Unternehmen sind von Menschen für Menschen gemacht.

Die Zahlen sind nur die Fußspuren ihrer Entscheidungen.

Neue Rollen für Experten

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KI zwingt alle Solo-Selbständigen mit einem “Experten-Business” dazu, ihre bisherige Rolle (und in weiterer Folge ihr Angebot) zu hinterfragen.

In welche Richtung es gehen könnte, leuchten Ehrenfried und Brigitte Conta Gromberg in einem lesenswerten Artikel aus.

Ein Gedanke daraus: Fixiere dich nicht darauf, „ein Berater“ oder „ein Coach“ zu sein, sondern arbeite innerlich mit einer flexibleren Rolle: Ich bin Expertin / Experte für den offenen Bedarf meiner Kunden.

Unseren Kund:innen war es bisher schon ziemlich wurscht, als was wir uns bezeichnen, solange wir ihnen helfen können. Und mit KI lösen sich die antiquierten Kategorisierungen und Zuständigkeiten endgültig auf.

Denke über die Grenzen deines Gewerbescheins hinaus. Die KI tut es auch.

Die Macht des Benennens

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Seth Godin sagt: When you name an idea, you earn power over how you will engage with it. 

Wer seiner Idee einen Namen gibt, definiert den Diskurs darüber. Seth Godin hat mit “Permission Marketing” nicht einfach einen Begriff beschrieben. Er hat sich damit die Deutungshoheit über eine ganze Denkrichtung gesichert. Und jede:r, der oder die über diese Art des Marketings spricht, kommt an seinem Begriff nicht vorbei.

Unbenannte Ideen verschwimmen. Sie werden von anderen definiert, umgedeutet, mitunter sogar vereinnahmt. Benannte Ideen hingegen bleiben bei dir. Sie sind greifbar, zitierfähig, verteidigungsfähig. Du bestimmst, was sie bedeuten und was nicht. Du kontrollierst die Konversation darüber.

Viele Solopreneure denken, ihre Arbeit würde für sich sprechen. Aber: Wer seine Ideen nicht benennt, überlässt anderen die Definitionsmacht.

Das ist keine Bescheidenheit, das ist eine verpasste Chance.

Rechenschaftspflicht

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Unlängst ist mir klargeworden: Ich habe gegenüber meinen Studierenden eine Rechenschaftspflicht.

Ich bin nämlich nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Kulturstifter. Ich präge, wie meine Studierenden später arbeiten, denken und handeln werden. Was und wie ich lehre, wirkt über die Lehrveranstaltung hinaus.

Das bedeutet auch: Meine Studierenden haben Anspruch auf professionelle Betreuung. Gute Anleitung in den wissenschaftlichen und fachlichen Methoden. Erreichbarkeit. Faire Behandlung und Bewertung.

Das ist kein Service, den ich anbiete, weil ich nett bin. Das ist ein ethischer Auftrag an meine Rolle als Hochschullehrender. Denn: Wenn ich von meinen Studierenden redliche Arbeit erwarte, muss ich selbst auch redlich arbeiten.

Integrität kann man nicht lehren, nur vorleben.

Die Lehrer der Lehrer

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Es ist nicht wurscht, von wem man sich was sagen lässt.

Sag mir, wer deine Lehrer sind, und ich sage dir, in welche Richtung du dich entwickeln wirst. 

Drum prüfe auch bei den Lehrer:innen und Berater:innen, auf die du hörst, wer deren Lehrer:innen eigentlich sind.

Findest du die Vorbilder deiner Lehrer:innen auch leiwand? Dann bist du richtig. Wenn nicht, dann…

Denk-Arbeit

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„Denken fühlt sich an wie Nichtstun”, sagt Gabriele Fischer in einem spannenden Gespräch mit Wolf Lotter.

Und weiter: „Ich glaube, wir sind es einfach nicht gewohnt, dass Denken als vollwertige Arbeit anerkannt wird. Wenn du zu Hause auf dem Sofa sitzt und an die Decke starrst, sieht das für deine Familie, für deinen Partner und vor allem für dich selbst nicht nach Arbeit aus.“

Und so meldet sich „das schlechte Gewissen des Freiberuflers“ (Wolf Lotter): Man könnte nachdenken (oder einfach nichts tun), aber man „traut“ sich nicht.

Wie gut ich das kenne…

Kein Platz für neue Ideen

K

Unlängst sprach Peter Cornelius darüber, wie das so ist mit der Kreativität beim Songwriting:

„Mit Einfällen ist es so, meiner Meinung nach, dass die Landebahn immer frei sein muss. Und wenn der Einfall kommt und sieht, die Landebahn ist besetzt, dann zieht er sich entweder wieder zurück, oder er zieht weiter und landet woanders.“

Die Landebahn ist seiner Ansicht nach dann frei, „wenn ich von selber wieder die Lust verspüre, kreativ was in die Welt zu setzen.“

Meine Landebahn dürfte gerade nicht frei sein, wie es scheint.

Umkehren

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Unlängst habe ich in brand eins ein Interview mit einem Experten für Rettungsaktionen gelesen.

Robert Koester kennt sich aus mit Leuten, die sich verlaufen. Seine wichtigste Erkenntnis: Die meisten hassen das Umkehren. Aber es ist die beste Methode – einfach so lange denselben Weg zurückgehen, bis man an eine Stelle kommt, an der man sich wieder zurechtfindet. Selbst wenn das der Startpunkt sein sollte. Das ist besser, als in der Wildnis verloren zu gehen.

Das gilt auch fürs Business. Du bist drei Jahre unterwegs, hast X ausprobiert, dann Y, dann eine Kombination aus beidem. Irgendwann merkst du: Ich weiß nicht mehr, wo ich bin. Die Zahlen passen nicht, die Kund:innen verstehen nicht, was du machst, du selbst verstehst es auch nicht mehr so genau. Aber zurück? Zurück auf null, nach drei Jahren?

Die Vorstellung ist unerträglich. Also gehst du weiter. Noch ein Angebot, noch eine Nische, noch ein Versuchsballon. Tiefer hinein in die Wildnis.

Aber: Umkehren ist keine Niederlage. Umkehren ist der sicherste Weg zur Neu-Orientierung.

Lieber zurück zum Start als verloren in der Wildnis – auch nach drei Jahren.

Wertorientiert

W

Unlängst bin ich über eine Lehrveranstaltung an einer Fachhochschule gestolpert: Wertorientierte Unternehmenssteuerung.

Klingt gut, aber: Welche Unternehmenssteuerung ist nicht wertorientiert? Steuerung impliziert, dass es eine Richtung gibt, auf die man zusteuert – einen Wert eben.

Wertorientiert ist ein Attribut, das nichts aussagt. Es suggeriert Substanz, wo keine ist. Ein Begriff, der vielleicht gut klingt – aber was steckt dahinter?

Solche Bullshit-Begriffe sind in der Hochschullehre sehr beliebt. Sie geben uns Lehrenden das Gefühl, etwas Wichtiges zu tun – ohne dass wir präzisieren müssen, was genau.

Lasst uns bitte damit aufhören.

Feuer am Dach

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Alles, was du vernachlässigst, wird irgendwann dringend. Die Buchhaltung, die Beziehung, der Zahnarztbesuch – das Muster ist immer dasselbe.

Was auf deiner Liste steht noch im Status “kann warten”?

KI für Gründungsberater

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Tanja Lenke gibt allen Gründungsberater:innen für 2026 einen spannenden Gedanken mit auf den Weg:

„Entscheidend ist, ob dein Angebot echten Mehrwert bietet, der über ChatGPT & Co. hinausgeht.“

Gegen das Leben

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Wenn du mit der Imperfektion haderst, dann stemmst du dich gegen das Menschsein an sich. 

Am Meer

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Unlängst, im Museo de Málaga, ist mir folgender Gedanke gekommen:

Menschen, die am Meer leben, malen das Meer. Weil sie das Meer beschäftigt. 

Was sonst sollten sie malen?

Ein Käfig ohne Gitter

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Maggie Patterson beschreibt ein Phänomen, das vermutlich die meisten Solopreneure kennen: Wir bauen uns unser Business, weil wir Zeit und Freiheit wollen. Für Familie, Hobbys, Freunde – oder einfach nur Ruhe.

Und wenn wir dann die Gelegenheit hätten, diese Freiheit zu genießen? We freeze.

Da ist plötzlich der freie Nachmittag. Die Woche ohne Kundentermine. Und was machen wir? Wir öffnen den Laptop, werkeln an der Website herum oder brainstormen unser nächstes Produkt. Irgendwas “Produktives” halt.

Wir kämpfen also für eine Freiheit, die wir dann nicht leben können. Weil wir uns selbst ein schlechtes Gewissen machen.

Besser ist immer super

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Das klingt banal, ist aber das Gegenteil vom Perfektionismus, der uns Solopreneuren oft im Weg steht.

Wer sich optimal vornimmt, blockiert sich selbst — wer sich besser vornimmt, kommt jeden Tag einen Schritt weiter.

Eine der nützlichsten Fragen beim Aufbau eines Solo-Businesses ist: “Wie mache ich es heute ein bisschen besser als gestern?”

Der Dämon, der bleibt

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Unlängst saß ich mit Sonja im KHM vor einem Altarbild von Peter Paul Rubens. Ignatius von Loyola treibt dort Dämonen aus – hoch dramatisch, wie immer bei Rubens.

Sonja erzählt mir dabei von einer Party, wo jemand von einem bevorstehenden Retreat geschwärmt hat. Ziel: die eigenen Dämonen nähren. Nicht besiegen, nicht austreiben wie in diesem Altarbild – nähren. Mit ihnen in Dialog treten, sie verstehen, mit ihnen leben lernen.

Und Sonja fragt mich: Warum sollte man seine Dämonen nähren wollen – und nicht austreiben?

Meine spontane Antwort: Weil sich mit einem Dämon, der nie ganz verschwindet, länger Geschäft machen lässt.

Das ist keine Kritik an dieser spirituellen Praxis, dafür verstehe ich davon viel zu wenig. Es geht mir um ein strukturelles Muster: Systeme, die von Problemen leben, haben oft wenig Interesse an endgültigen Lösungen. Ein ausgetriebener Dämon ist ein verlorener Kunde. Ein genährter Dämon kommt zum nächsten Workshop und bucht das Follow-up-Retreat.

Das gilt für Coaching, für Therapien – und auch für Gründungs- und Unternehmensberatung. Und nicht zuletzt für einen großen Teil dessen, was wir “Selbstoptimierung” nennen.

Die Frage ist nicht, ob der Ansatz funktioniert. Die Frage ist: Wer profitiert davon?

Das Anti-Angeber-Programm

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Mir kommt manchmal vor, wir Solopreneure haben eine Art “Anti-Angeber-Programm” installiert.

“Keiner mag einen Angeber”, steckt in unserem Hinterkopf. Und wenn wir dann die Chance haben, uns und unsere Arbeit zu präsentieren, dann machen wir uns selbst klein – um nur ja nicht wie ein Angeber zu wirken. Wir setzen auf Understatement, weil wir denken, das hätte Klasse.

Eine vernünftige Selbstpräsentation hat überhaupt nichts mit Angeben zu tun. Es ist schlicht das Nennen von Fakten. Du hast etwas geleistet? Haben deine Kund:innen durch dich Erfolg? Hast du einen großen Auftrag bekommen? Dann sag es. Ohne “eigentlich” und “ein bisschen” und “naja, ist ja nichts Besonderes”.

Die anderen können nur mit den Informationen arbeiten, die du ihnen gibst.

[Danke Katharina Lewald für diesen Gedanken.]

Good Companies

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Transparenz ist der simpelste Lackmustest für Good Companies. Wer transparent sein kann, hat nichts zu verbergen. Wer nicht transparent sein kann – weil ihm sonst Gegenwind entgegen blasen würde – der kann keine Good Company sein. So einfach ist das.

Good Companies müssen nichts verstecken. Keine fragwürdigen Lieferketten, keine ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, keinekreative Buchführung. Sie können ihre Zahlen zeigen, ihre Prozesse offenlegen, ihre Entscheidungen erklären.

Nicht, weil sie besonders mutig sind, sondern weil es schlicht nichts gibt, wofür sie sich genieren müssten..

Schwierigkeiten als Filter

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Wenn’s schwierig wird, ist das wahrscheinlich eine gute Nachricht. Weil genau diese Schwierigkeiten all jene abschrecken, die nicht so engagiert sind wie du.

Das ist der natürliche Filter, der dafür sorgt, dass nur die wirklich Entschlossenen am Markt übrig bleiben. Während andere bei der ersten Hürde abbiegen, machst du weiter – nicht weil du härter bist, sondern weil dir die Sache wirklich wichtig ist.

Schwierigkeiten sortieren aus. Sie trennen die, die dabei bleiben wollen, von denen, die dabei bleiben müssen.

[Danke Seth Godin für diesen Gedanken