Folgendes habe ich bei der diesjährigen Hauptversammlung der Josef Manner & Comp. AG gelernt:
In den letzen Jahren sind die Rohstoffpreise für Kakao stark gestiegen. Die permanenten Preissteigerungen haben dazu geführt, dass irgendwann die Nachfrage gesunken ist. Ein paar Käufer haben gesagt: Nein, zu diesem Preis kaufe ich nicht mehr. Durch diesen Nachfrageeinbruch hat sich der Preisdruck dann wieder reduziert. Es entstand ein Angebotsüberschuss, und die Preise sind wieder gesunken.
Wenn die Preise steigen, fallen irgendwann Kunden raus, weil sie sich das Produkt einfach nicht mehr leisten können. Sobald diese Nachfrage bzw. diese Nachfragemenge “aus dem Markt ist”, entspannt sich die Preislage wieder, weil das Angebot und die Nachfrage wieder im Gleichgewicht sind. Das ist bei allen Rohstoffen so.
Das Problem: Wer ist es, der da als erster rausfliegt? Meistens sind es arme Länder und wenig kapitalkräftige Firmen. Es trifft die Schwächsten zuerst. Das ist ein inhärenter Mechanismus der Marktwirtschaft, und der ist mitunter unfair.
Für Manner sind höhere Kakaopreise unangenehm, aber Manner kann sich den Kakao trotzdem leisten. Manner kauft trotzdem ein, zu höheren Preisen eben. Aber was machen z.B. die lokalen Kakaoverarbeiter in Afrika? Was machen die kleinen lokalen Schokoladenmanufakturen, die z.B. die Tafelkuratorin vertreibt? Die können die Preissteigerungen oft nicht an ihre Kunden weitergeben. Manner schon — aber die?
Auch an diesem Bespiel sieht man wieder, dass die Marktwirtschaft ein “Winner take all”-System ist.
Wer hat, dem wird gegeben.